Der Plan
Keller ausmisten

Seit einigen Tagen schon wollte ich meinen Plan in die Tat umsetzen. Jetzt ist es endlich soweit. Der Plan war: Wohnung und Keller ausmisten. Am besten fängt man in der Wohnung an, da sieht es der Besuch. Keller ist nicht so wichtig. Gehe selten mit meinem Besuch in den Keller. Außerdem mag ich es auch, wenn es ordentlich ist und man nicht dauernd über Sachen stolpert oder schlimmeres. Und der Liebste passt zwar sehr gut zu mir, aber nicht in meine Wohnung. Blöd ist nur: Um in der Wohnung Platz zu schaffen und den Krempel unterzubringen, muss erstmal Platz im Keller sein. Super. Also doch erst Keller.

Mit dem Keller bin ich leider nicht so "dicke". Es muss halt sein. Lust habe ich nicht. Und Spaß? Ich weiß nicht... Vielleicht sollte ich mich mit dem Keller anfreunden? Das mit dem "Anfreunden" ist ein Tipp von einem Freund. Kann man ja mal probieren. Tanja hatte angeboten, mir zu helfen. Aber wenn sie hier ist, trinken wir immer nur Kaffee und reden über Gott und die Welt. Denke, mit Ela wird es sich ähnlich verhalten. Außerdem habe ich Angst, dass ich mich dann von zu vielen Dingen trennen muss und zu viel Zeit dafür drauf geht, dass ich alle möglichen Gründe erläutern muss, die Dinge unbedingt behalten zu müssen.
Da muss ich jetzt wohl allein durch. Bevor ich loslege, denke ich kurz darüber nach.

Ich befürchte, ich mache die Tür auf, fühle mich erschlagen und überfordert und mache sie gleich wieder zu.
Oder ich fange an und brauche alles, was ich da finde.
Oder ich höre auf, weil ich irgendwelche Dinge nicht allein bewegen kann.
Oder die Brockensammlung hat schon zu.
Oder die Mülldeponie hat zu.
Oder ich räume Sachen von A nach B und bin nach einer halben Stunde völlig erschöpft.
Oder da sind Spinnen. Sofort Tür wieder zu.

Ich schreibe mit einem Freund. Er will seine Wand streichen. Ich biete ihm an zu tauschen. Er wirft ein, dass ich nichts wegschmeissen wollte. Ja, stimmt, was meint er nur? Er meint, wenn ich wiederkäme, würde ich Augen machen. "Warum?", frage ich. "Na, wie groß dein Keller wäre…" Oh, ganz dumme Idee. Aber er schreibt, dass er sich auch schlecht trennen kann. Sich von anderen Leuten ihren Sachen zu trennen ist doch viel einfacher! Ich hatte mal eine Angestellte, die konnte sich gut von meinen Sachen trennen…

Auf seine Frage einige Stunden später, ob ich es in den Keller geschafft habe, antworte ich: "Ja. Ich war kurz da." Immerhin. Seine Wand gefällt ihm auch nicht so recht. Ich rate ihm, das Licht auszumachen, dann sieht er sie nicht. Erzähle ihm, ich hätte wie wild in der Wohnung aufgeräumt, dass man es aber nicht sehen würde und ich auch das Licht ausgemacht habe. Ja, jetzt sitzen wir da, jeder in seiner dunklen Wohnung und trinken Kaffee.

28.5.15 14:04

Letzte Einträge: Mal eben in den Netto hüpfen Oder: Werde ich alt?, Shopping ist auch nicht mehr, was es einmal war…, Der kleine Leo und ich. Spricht er schon? Oder: Ich kauf' mir ein Würstchen, So schnell kann das gehen..., Das Leben geht weiter...

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Dieter (28.5.15 15:21)
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